Ausbildung

Berufsbild

 

Die atempädagogische/körpertherapeutische Arbeit besteht aus drei Grundgebieten:

  • Atem-Einzelbehandlungen
  • Arbeit am Atem in Gruppen
  • Arbeit mit Vokalen, Konsonanten, mit Stimme, Ton und Tonus 

Während einer Einzelsitzung behandelt die Atempädagogin/Atem- und Körpertherapeutin den bekleidet auf einem Bett liegenden Klienten, indem sie den Atem des Klienten erspürt und mittels Dehnung und Druck dessen Atembewegung fördert und entfaltet. Der Klient seiner­seits sammelt sich zu den behandelnden Händen. Durch seine gesammelte Anwesenheit steigert er die Wahrnehmung seiner Empfindungen und beeinflusst damit seine Atemqualität und Atemkraft in positiver Weise und steigert damit seinen dynamischen Zustand von Körper, Psyche und Geist. In den Gruppenstunden unterrichtet die Atempädagogin/Atem- und Körpertherapeutin die Teilnehmer in Atem und Bewegung. Sie lehrt die Klienten/Klientinnen Atem- oder Vokalübungsweisen im Sitzen, Stehen oder Liegen, welche die Beweglichkeit und Durchlässigkeit des Körpers fördern und in der Folge die Atemräume vergrössern und die Atemkraft optimieren. Auch in dieser Arbeit mit dem Atem ist der Klient/die Klientin gesammelt und achtsam bei sich selbst und seinem Atem. In der Folge lernt er sich in seinen Tiefen zu erkennen und zu erweitern.

 

Die Ausbildung zur Atempädagogin und zur Atem- und Körpertherapeutin nach Middendorf

Die Ausbildung zur Atempädagogin/Atem- und Körpertherapeutin beinhaltet eine erweiterte persönliche, menschliche Reife und Kompetenz. Die Seminaristin erwirbt die berufliche Fähigkeit Menschen selbständig und einzeln zu behandeln, sowie in Gruppen zu unterrichten und zu führen. Das Lernen geschieht durch die eigene Erfahrung und das Sich-Einlassen auf den Selbsterfahrungsprozess, während welchem auch die Empfindungsfähigkeit und das Atembewusstsein geschult wird. Ausserdem erwirbt eine Atempädagogin/Atem- und Körpertherapeutin fundierte Kenntnisse in:

 

  • allgemeiner und funktioneller Anatomie, Physiologie, Pathologie
  • alle notwendigen psychologischen Grundlagen und Kenntnisse
  • die Fähigkeit, individuelle Atemmuster zu erkennen und zu behandeln
  • Gesprächsführung
  • Berufsethik und Praxisführung
  • Atemdiagnostik
  • Psychosomatik, Basisausbildung
  • integrierter Nothelferkurs von professioneller Rettungsschule durchgeführt

 

Berufsausübung

 

Die Arbeit mit dem Erfahrbaren Atem® ist eine eigenständige Lehre, die sowohl mit dem pädagogischen als auch dem therapeutischen Bereich Berührungspunkte hat und in Verbindung tritt. Sie berührt ebenso die anatomisch-physiologischen wie psychologischen und spirituellen Gegebenheiten und Aspekte. Sie findet ihre ergänzende Anwendung zur Unterstützung und Förderung bei Menschen, welche Selbstaktivitäten wie Selbstwahrnehmung, Selbstregulation, Selbstverantwortung und die im Menschen innewohnenden eigenen Ressourcen suchen sowie bei medizinischen, psychologischen, psychiatrischen Therapien.

Eine Atempädagogin/Atem- und Körpertherapeutin arbeitet in der eigenen Praxis. Sie/er arbeitet mit Menschen, die emotionales und physisches Wohlbefinden, Gelassenheit und Ausgeglichenheit suchen, oder ihre Lebenssituation besser erkennen und verändern wollen. Sie/er arbeitet mit Menschen, die bereit sind, für ihr körperliches, psychisches und geistiges Wohlbefinden die eigene Verantwortung zu übernehmen.

Bewährt hat sich eine Zusammenarbeit mit Institutionen, Ärzten und Psychotherapeuten, oftmals als Teilzeitangestellte/r oder stundenweise als DozentIn. Spezialgebiete mit entsprechender Weiterbildung in der Atemarbeit eröffnen sich in der Geburtsvorbereitung, in der Arbeit mit Kindern, mit Senioren, in der Stimm-, Theater- und Atempädagogik, in der psychotherapeutischen Richtung, im gesamten Gesundheitsbereich, in der Prophylaxe und in der Rehabilitation. Die Bekanntheit und Anerkennung des Erfahrbaren Atems® gewinnt immer mehr an Wert.
 

 

Berufsanerkennung

 

Massgebend ist das Ausbildungs- und Prüfungsreglement des sbam (Schweizer Berufsverband für Atemtherapie und Atempädagogik Middendorf) sowie die Ausbildungsanforderungen der OdA KT (Organisation der Arbeitswelt Komplementär Therapie). Das Diplom Atemtherapeutin/Atempädagogin Middendorf des Instituts wird vom Berufsverband gegengezeichnet und erlaubt die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen.

Unsere Ausbildung ist so konzipiert, dass nach Erhalt des Diploms die Berechtigung zur Aufnahme auf die Therapeutenlisten der Registrierungsstellen EMR, EGK, ASCA und auf diejenige des Berufsverbandes sbam gewährleistet ist (detaillierte Beschreibung auf Seite "Auf einen Blick").

Unser Institut befindet sich in der Vorbereitung zum Akkreditierungsverfahren der OdA KT (Organisation der Arbeitswelt KomplementärTherapie), um das Branchenzertifikat Komplementär-Therapie in den Abschluss als Zulassungsbedingung für die Höhere Fachprüfung HFP zur Erlangung des Diploms zum eidgenössisch anerkannten Beruf "KomplementärTherapeut/in mit eidgenössischem Diplom" zu integrieren. Anforderungen von OdA KT (Auszug Berufsbild KomplementärTherapie): OdA_KT_Kompetenzprofil.pdf

 

 

Ausbildungsrahmen

 

Praktische Ausbildung

  • Atemlehre
  • Atem und Bewegung
  • Vokal-Atemraumarbeit
  • Angewandte Atemkraft in Stimme, Sprache und selbstbewusstem Auftreten
  • Atembehandlungs-Demonstrationen
  • Atembehandlungspraktikum
  • Gruppenunterricht: Pädagogik / Methodik, Didaktik
  • Arbeit in der Geburtsvorbereitung

 

Ausgelagerte Unterrichtsstunden

  • Gruppenunterricht zur Vertiefung des Unterrichtsstoffes
  • Einzelbehandlung durch eine Fachlehrerin/Selbsterfahrung
  • Behandlungspraktikum und Hospitanz
  • Schriftliche Hausarbeiten zu den theoretischen Fächern
  • Lehrassistenz
  • Betreuung im Lernprozess

 

Theoretische Ausbildung

  • Atemlehre
  • Theorie
  • Anatomie
  • Anatomie / Physiologie
  • Pathologie
  • Psychosomatik / verbindende therapeutische Methoden
  • Psychologie
  • Basisausbildung
  • Psychologische Beratung
  • Psychologische Gesprächsführung
  • Berufsethik
  • Berufskunde
  • Nothelferkurs durchgeführt von professioneller Rettungsschule

 

Bewerbung und persönliches Aufnahmegespräch

  • Handgeschriebene Bewerbung (Motivationsschreiben) inkl. Lebenslauf
  • Beiliegendes vorgedrucktes Personalienformular mit Foto
  • Persönliches Aufnahmegespräch mit der Schulleitung und eine Atembehandlung

 

Aufnahmebedingungen

  • Studium oder abgeschlossene Berufsausbildung oder Nachweis einer 
    gleichwertigen Qualifikation
  • Mindestalter 24 Jahre

 

Ausbildungsbestimmungen

Massgebend ist das Ausbildungs- und Prüfungsreglement des sbam

 

Studienintegrierte Praxis

Ab 1. Semester: Behandlungspraktikum mit Seminaristinnen
Ab 4. Semester: Behandlungspraktikum auch mit Menschen ausserhalb der Schule
Ab 5. Semester: Praktikum für Gruppenunterricht

 

Änderungen vorbehalten

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